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Auch KI-Tools sind von Cyberangriffen und Manipulationen betroffen.
Microsoft warnt aktuell vor einer Methode namens AI Recommendation
Poisoning, wie The
Register berichtet. KI-Modelle werden in dem Fall gezielt so
beeinflusst, dass sie verzerrte oder extern gesteuerte Empfehlungen
ausgeben. Microsoft identifizierte im Rahmen einer Analyse mehr
als 50 solcher Eingabeaufforderungen von 31 Unternehmen aus 14 Branchen.
Microsoft
bietet mit Copilot selbst einen KI-Assistenten an, der tief in Windows
und in Office-Anwendungen wie Word oder Teams integriert ist. Er
soll Nutzer bei alltäglichen Aufgaben unterstützen. Microsoft-Sicherheitsforscher
warnen jetzt vor Angriffen, die darauf abzielen, das Gedächtnis
von KI-Modellen mit manipulierten Informationen zu vergiften, um
Antworten gezielt zu manipulieren.
Die Forscher haben laut Microsoft zahlreiche Fälle entdeckt,
bei denen Unternehmen versteckte Anweisungen in Schaltflächen
oder Links integriert hatten. URLs, die auf KI-Chatbots verweisen,
können manipulierte Eingabetexte als Abfrageparameter enthalten.
Mit einem Link demonstrierte The Register die Methode. Dabei wurde
Perplexity AI angewiesen, einen Nachrichtenartikel im Stil eines
Piraten zusammenzufassen, was der Dienst dann auch lieferte.
Das Microsoft Defender Security Team erklärte in einem Blogbeitrag:
Wir haben über 50 einzigartige Eingabeaufforderungen
von 31 Unternehmen aus 14 Branchen identifiziert, wobei frei verfügbare
Tools die Anwendung dieser Technik kinderleicht machen. Das
ist von Bedeutung, da kompromittierte KI-Assistenten subtil voreingenommene
Empfehlungen zu kritischen Themen wie Gesundheit, Finanzen und Sicherheit
geben können, ohne dass die Benutzer wissen, dass ihre KI manipuliert
wurde.
Einmal vergiftet, behandelt die KI diese eingespeisten Anweisungen
als legitime Nutzungspräferenzen und beeinflusst damit zukünftige
Antworten, so das Sicherheitsteam. Die Manipulation
ist unsichtbar und dauerhaft. Darin sehen die Microsoft-Forscher
ein großes Risiko. KI-Empfehlungen würden viele Nutzer
nicht ausreichend hinterfragen. Daher rät Microsoft, dass KI-bezogene
Links sorgfältig geprüft werden sollten. Auch sollten
Nutzer die gespeicherten Erinnerungen ihrer KI-Assistenten regelmäßig
kontrollieren, unbekannte Einträge löschen und zweifelhafte
Empfehlungen bewusst überprüfen.
(ts, hannover)
(siehe auch: Heise-News-Ticker)
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