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Oft wird das grüne Schloss-Symbol in der Browser-Adressleiste
als Zeichen dafür interpretiert, dass die besuchte Seite sicher
ist. Diese Annahme war noch nie richtig, allerdings wird sie immer
gefährlicher. Über die Hälfte aller Phishing-Seiten
haben neuen Zahlen zufolge ein grünes Schloss. Jeder, der sich
auf dieses Symbol als Sicherheits-Indikator verlässt, könnte
Opfer von Betrügern werden. Mittlerweile gehen die Browser-Hersteller
deshalb dazu über, dieses Symbol abzuschaffen.
Eigentlich heißt das grüne Schloss, dass der Datenverkehr
vom Browser zum Server über HTTPS läuft und per TLS verschlüsselt
ist. Das wiederum bedeutet, dass Dritte den Traffic auf dem Weg
vom Nutzer zur Webseite nicht abhören können, welches
mittlerweile der Standard im Netz ist. Sogar mehr als die Hälfte
aller Betrüger-Seiten sind über HTTPS ansprechbar und
haben ein grünes Vorhängeschloss, wie Sicherheitsforscher
und Journalist Brian
Krebs berichtet. Da viele Nutzer nach wie vor das grüne
Schloss als Indikator für die Vertrauenswürdigkeit einer
Webseite sehen, machen sich die Betrüger die Mühe, den
Traffic zu ihren Phishing-Seiten zu verschlüsseln, um unbedarfte
Opfer in Phishing-Fallen zu locken.
Die Browser-Hersteller allen voran Google mit Chrome und
Mozilla mit Firefox sind dabei, dieses Symbol ganz auszumustern,
weil das grüne Schloss von vielen Nutzern falsch verstanden
wird. Sie gehen mehr und mehr dazu über, alle Webseiten, die
Verbindungen unverschlüsselt über HTTP zulassen, als unsicher
zu bezeichnen. Unabhängig davon, ob diese Seiten vertrauenswürdig
sind oder nicht, der Datenverkehr könnte auf jeden Fall abgehört
werden. Allerdings konnte der Browser noch nie einschätzen,
ob über HTTPS verschlüsselt aufgerufene Seiten das sind,
was sie zu sein vorgeben. Somit ändert sich nur die Symbolik;
Nutzer müssen nach wie vor selbst wachsam sein, um Phishing-Seiten
und andere Betrugsversuche im Netz zu erkennen.
(jf, hannover)
(siehe auch Heise
News-Ticker:)
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