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Die Europäische Kommission bekräftigte auf der aktuell
in Den Haag stattfindenden gemeinsamen Sicherheitskonferenz von
Europol
und der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit
(ENISA) ihren Willen für einheitliche Regeln in Sachen Cybersicherheit.
Das Augenmerk soll in der geplanten Verordnung zu einer "Zertifizierung
der Cybersicherheit" insbesondere auf mehr Sicherheit im
Internet der Dinge gelegt werden. Die neue Verordnung vom Europäischen
Parlament soll bis zum Ende 2018 verabschiedet werden; danach gilt
sie in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union.
Es ergeben sich insbesondere für Hersteller von Produkten
für das Internet der Dinge neue Vorschriften, wenn der Vorschlag
vom Parlament bestätigt wird. Die Zertifizierung ihrer Produkte
soll in der jetzigen Fassung für Hersteller allerdings auf
freiwilliger Basis erfolgen, sofern diese nicht Bestandteil kritischer
Infrastrukturen sind. Diese Vorgabe können einzelne Mitgliedstaaten
im nationalen Recht deutlich verschärfen.
Diese freiwillige Zertifizierung kann von Herstellern in Abhängigkeit
von drei Sicherheitsstufen "niedrig", "mittel"
oder "hoch" mit unterschiedlichen Anforderungen durchlaufen
werden. Hersteller dürfen im Falle der niedrigsten Stufe die
Konformitätsbewertung selbst durchführen. Dabei wird beispielsweise
die Abwehrfähigkeit gegenüber einem zufälligen oder
böswilligen Verlust von Daten bewertet. Für die beiden
nächsten Stufen "mittel" und "hoch" werden
externe Audits gefordert.
In der jetzigen Fassung gehen die europäischen Institutionen
davon aus, dass die restriktive Vorgabe einer zwingenden Zertifizierung,
beispielsweise mit einem verpflichtenden Qualitätssiegel für
sichere Produkte im Internet der Dinge, angesichts der globalen
Herausforderung nicht erfolgversprechend ist. "Wir setzen darauf,
dass Hersteller die freiwillige Zertifizierung zum Anlass nehmen,
zertifizierte Produkte selbstständig entsprechend auszuzeichnen
und damit Verbraucher einen deutlichen Hinweis zur nachhaltigen
Sicherheit zu geben", so Steve Purser, Leiter bei der europäischen
Cyberersicherheitsagentur ENISA.
Im neuen Rahmenwerk bekommt die ENISA eine zentrale Funktion und
soll die Rolle einer ständigen Agentur für Cybersicherheit
in der Europäischen Union übernehmen, welche sowohl Cybersicherheitsübungen
auf EU-Ebene organisieren und die einheitliche Umsetzung der Cybersicherheits-Zertifizierung
unterstützen und fördern soll.
Unter dem Namen "Cybersecurity
Certification Framework" geht die Grundlage zur Neuregelung
der Cybersicherheit in Europa auf einen Vorstoß der Europäischen
Kommission aus dem Jahre 2017 zurück. Der Europäische
Rat hat im Rahmen einer umfassenden Reform zur Cybersicherheit in
diesem Monat den Vorschlag befürwortet und dem Europäischen
Parlament zur Diskussion und Verabschiedung übergeben. Es wird
damit gerechnet, dass noch dieses Jahr im Parlament über die
Einführung eines EU-weiten Zertifizierungssystems für
Cybersicherheit abgestimmt wird.
(jf, hannover)
(siehe auch Heise
News-Ticker:)
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