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Die Gültigkeit des aktuellen Vertrauensankers
läuft am 11.10.18 aus und ab dann gilt nur noch der neue, der
längst schon im Umlauf ist. Akribisch hat die ICANN die Umstellung
vorbereitet.
Dabei kann es aber auch zu Ausfällen des Domain
Name System kommen (DNS). Die meisten Internet-Dienste funktionieren
dann nicht mehr. Auf das DNS stützen sich Beispielsweise Mail-Clients,
Messenger, Web-Browser und viele andere Programme. Die Achillessehne
des DNS, beim Schlüsselwechsel, ist der DNS-Resolver
fehlt einem Resolver der neue Vertrauensanker, kann er DNS-Anfragen
von Internet-Geräten nicht zu IP-Adressen auflösen. Ziele
im Internet können ohne die IP-Adressen nicht angesteuert werden.
Der alte Schlüssel wird am 11.10.2018,16:00 Uhr UTC aus dem
Domain Name System entfernt (Coordinated Universal Time). In Europa
entspricht das 18:00 Uhr CEST (Central European Summer Time). Resolver,
die den Anker noch im Cache haben, dürfen ihn entsprechend
seinem TTL-Eintrag
dann noch 48 Stunden lang nutzen, bevor sie ihn tilgen. Erst wenn
diese allerletzte Frist abgelaufen ist, dürften sich also lauernde
Probleme manifestieren. Das betrifft den Zeitraum vom 11.10.2018,
18:00 Uhr bis zum 13.10.2018, 17:59.
Die Internet-Provider unterhalten die wichtigsten und größten
Resolver bezogen auf die Anzahl der versorgten Teilnehmer. Telemetriedaten
der ICANN deuten darauf hin, dass die Provider auf den Schlüsselwechsel
vorbereitet sind. Einen Resolver kann aber jede Firma unterhalten
und auch jeder Nutzer. In virtuellen Maschinen, in Docker-Containern,
in Routern und sogar in VPN-Clients kann ein solcher Resolver stecken.
Seit September 2017 hat die ICANN weltweit 24.000 IP-Adressen gezählt,
die einen Resolver mit veraltetem Vertrauensanker melden.
Für VPN-Clients gilt: Möglichst vor dem Stichtag aktualisieren
Sie die Software. Laut den Telemetriedaten von ICNN gibt es mindestens
einen VPN-Anbieter, der in seinen iOS- und Android-Clients einen
validierenden Resolver mit veraltetem Vertrauensanker verwendet
hat. Seit einigen Wochen gibt es dafür Updates. Um welchen
VPN-Anbieter es sich handelt kann ICNN nicht sagen, sodass sicherheitshalber
jeder VPN-Client aktualisiert werden sollte.
Die wichtigsten IP-Adressen für Domains im Internet zu notieren
könnte theoretisch helfen. Dafür eignet sich die hosts-Datei
(/etc/hosts auf Unix-Systemen, %systemroot%\system32\drivers\etc
auf Windows). In der Praxis hilft das aber nicht, wenn man eine
moderne Webseite ansteuern will. Viele davon sind nur noch verschlüsselt
zu erreichen und dabei kommen TLS-Zertifikate zum Einsatz, die an
den Domainnamen gebunden sind. Kann der nicht aufgelöst werden,
scheitert der Aufbau der TLS-Verbindung. Es ist zwar möglich,
eine IP-Adresse in den Browser einzugeben, aber der kommt dann oft
nur bis zu einem Redirector, der seinerseits auf eine TLS-verschlüsselte
Domain verweist.
Auf der VoIP-Technik
gründen mittlerweile viele Telefonanschlüsse. Ein VoIP-Telefon
oder Client stützt sich ebenfalls auf den DNS-Dienst für
die Registrierung bei seinem SIP-Server. Sollte dies scheitern,
funktioniert die Telefonie von diesem Client aus nicht. Eine Ausweichmöglichkeit
ist das Mobilfunkgerät.
Wenn das Smartphone nur knirscht und keine Telefonate zustande
kommen, versucht möglicherweise das Smartphone VoLTE für
den Telefoniedienst zu nutzen. Auch dieser hängt am DNS. LTE
abzuschalten sollte helfen ,um die Telefonie auf UMTS oder GSM zurückzuzwingen.
(hv, hannover)
(siehe auch Heise
News-Ticker:)
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