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Eine Besonderheit des SMB-Protokolls im Umgang mit Dateiaufrufen
könnte von Angreifern missbraucht werden, um den Windows
Defender auszutricksen und Schadcode auszuführen.
Die Vorgehensweise wird in einem
Blogeintrag von Forschern der IT-Sicherheitsfirma CyberArk beschrieben.
Um die "Illusion Gap" getaufte Technik zur Ausführung
zu bringen, müssen zunächst eine saubere und eine mit
Schadcode präparierte .exe-Datei auf einem speziell konfigurierten
SMB-Server platziert werden. Ob der Server für einen erfolgreichen
Angriff Teil des lokalen Netzwerks sein muss, geht aus den Ausführungen
des Forscherteams nicht hervor.
Nicht nur eine spezielle Konfiguration des SMB-Servers, sondern
auch Social Engineering wird von IIllusion Gap erfordert. Der Angreifer
muss zunächst das Opfer dazu bringen, die schädliche Datei
auf dem Server auszuführen. Das könnte zum Beispiel über
einen präparierten Shortcut passieren.
Standardmäßig klinkt sich der Windows Defender ein,
bevor der PE-Loader den Prozess auf dem Rechner des Opfers startet.
Da ihm die Datei bislang unbekannt ist, fordert er vom Server eine
Kopie zwecks Scan an. Das SMB-Protokoll kann zwischen beiden Dateiaufrufen
unterscheiden. Dies nutzen die Forscher mittels Serverkonfiguration
aus. Dem Defender wird die "saubere" exe-Datei untergejubelt,
um sein OK zum Start durch den Loader zu erhalten. Der Windows Defender
kann sogar dazu gebracht werden erst gar nicht zu scannen. In beiden
Fällen schnappt die Illusion-Gap-Falle zu. Der Loader erhält
im nächsten Schritt die zweite, schädliche Datei und führt
diese ohne jegliches Einschreiten des Defenders auf dem angegriffenen
System aus.
Möglicherweise lassen sich mit Illusion Gap auch andere AV-Engines
aushebeln. Getestet wurde dies jedoch noch nicht. Die Forscher haben
Microsoft
darauf hingewiesen. Microsoft sieht in Illusion Gap kein akutes
Sicherheitsproblem, leitete den Sachverhalt aber dennoch an das
zuständige Entwicklerteam weiter.
(pp, hannover)
(siehe auch Heise
News-Ticker:)
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