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Oracle will endlich, nach gut zwei Jahren Entwicklungsarbeit am aktuellen Update, Version 5.7 der Open-Source-Datenbank MySQL veröffentlichen. Kommende Woche, passend zur OpenWorld-Konferenz in San Francisco, soll das finale Release erscheinen. Thomas Ulin, VP MySQL Engineering bei Oracle, wird dort über MySQL 5.7 einen Vortrag halten. Erwartungsgemäß sind seit Release-Kandidat 2, den das Unternehmen im August vorstellte, keine großen Neuheiten hinzugekommen.

Die Öffnung zur NoSQL-Welt durch native JSON-Funktionen und -Datentypen ist gegenüber 5.6 die größte Neuerung. Der möglichst effizienten Speicherung und Suche dient ein neues internes Binärformat. Mit CREATE TABLE beziehungsweise ALTER TABLE können Administratoren JSON-Spalten erzeugen. Informationen über die Inhalte aus den nicht relationalen Daten liefern Funktionen wie JSON_LENGTH oder JSON_DEPTH. Die MySQL-Entwickler machten vor zwei Jahren die ersten Annäherungsversuche an das JSON-Format und zogen damit nach: Der Mitbewerber PostgreSQL öffnete sich der NoSQL-Welt bereits früher.

Oracle betont bei den Verbesserungen den Performance-Zuwachs gegenüber der Vorversion: Demnach erreichte MySQL 5.7 im Testszenario eines SysBench Read-only Point-Selects mit 1024 Connections mit 1.600.000 QPS (Queries per Second) die dreifache Geschwindigkeit des Vorgängers. Die Optimierung des InnoDB-Speichersubsystems, Erweiterungen bei der Sicherheit und verbesserte Replikationsfunktionen gehören zu den weiteren Ergänzungen.

Das Performance-Schema zur Optimierung und Überwachung des MySQL-Servers erfuhr eine weitläufige Überarbeitung. Das Sys-Schema, das bisher ein separates Modul war und mit Version 5.7 Einzug in die Grundausstattung hält, will dessen Anwendung vereinfachen. Die derzeitigen Release Notes sind, da die General Availability (GA) von MySQL 5.7 vermutlich nächste Woche erfolgt, noch nicht endgültig.

Sowohl Nutzer als auch ehemalige Unterstützer und Programmierer kritisieren, dass, seitdem Oracle im Januar 2010 das Ruder bei MySQL übernommen hat, sich die Datenbank vom Open-Source-Konzept immer weiter entferne. Eine kommerzielle Variante gab es zwar schon vorher, aber die Schere zwischen der bezahlten und der freien Version ginge seit der Übernahme immer weiter auseinander. Unter anderem führte die Unzufriedenheit dazu, dass zahlreiche Entwickler und Anwender zum MySQL-Ableger MariaDB wechselten.

Oracle betonte bei der Ankündigung zu MySQL 5.7 vermutlich nicht zufällig die Bedeutung der Community für das Open-Source-Projekt: "Dieser Release war ein gemeinschaftlicher Prozess, in den viele Mitglieder der MySQL-Community einbezogen waren", wird Thomas Ulin in der Pressemitteilung zitiert. Für den 26. Oktober ist die Veröffentlichung der endgültigen Version auf dem MySQL-Development-Server angekündigt.

(mt, hannover)

(siehe auch heise-News-Ticker:)

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