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Mit ihrem Algorithmus Argon2
haben Kryptografen von der Universität Luxemburg den Passwort-Hashing-Wettbewerb
PHC gewonnen und sich damit aus insgesamt 24 Einsendungen gegen
9 Finalisten durchgesetzt.
Es ging beim PHC
darum, einen neuen Algorithmus, der Angriffen besser standhält
als die bisherigen Schlüsselerweiterungsfunktionen wie beispielsweise
PBKDF2, scrypt oder bcrypt, zu finden. Solche Funktionen werden
verwendet, um durch Hashen Passwörter so umzuwandeln, dass
sie getrost auf Servern oder lokal gespeichert werden können.
Durch die unumkehrbare Umwandlung kann ein Angreifer, der in den
Besitz der umgewandelten Passwörter gelangt, auf das originale
Passwort nur mit hohem Aufwand rückschließen.
Intern verwenden Schlüsselerweiterungsfunktionen dafür
eine Hash-Funktion. PBKDF2 & Co. erschweren Angriffe durch wiederholtes
Anwenden der Hash-Funktion, weil diese sehr schnell abläuft:
Das fällt dem Benutzer nicht auf, einem Angreifer aber, da
er nun, um aus einem vermeintlichen Passwort einen Hash zu berechnen
und mit einem gestohlenen zu vergleichen, nicht mehr nur einen Versuch
braucht, sondern hunderte, tausende oder zehntausende, sehr wohl.
Leider wenden Bösewichte das Blatt mit genügend krimineller
Energie in Gestalt von billiger spezialisierter Hardware (ASICs,
FPGAs) zum Cracken von Hashes wieder zu ihren Gunsten. Die geringe
Speicherkapazität solcher Hardware ist allerdings ihre Schwachstelle.
Vergleichsweise neue Algorithmen wie scrypt, der pro Durchlauf (standardmäßig)
16 MByte Speicher belegt und damit gewöhnliche FPGAs und ASICs
in die Knie zwingt, setzen genau da an. Allerdings ist Scrypt
in der Implementierung sehr kompliziert, was dessen Kryptoanalyse
erschwert. Da Sicherheit jedoch uneingeschränktes Vertrauen
in die Tauglichkeit von Algorithmen erfordert, versprechen die am
leichtesten zu analysierenden Algorithmen erfahrungsgemäß
die höchste Sicherheit.
Nach nun mehr als zwei Jahren andauernder Analyse hat sich beim
PHC Argon2, der für die x86-Plattform optimiert ist, als derjenige
Algorithmus, der die Anforderungen am besten erfüllt, herausgestellt.
Auf der Webseite des Kryptografen-Teams ist ein PDF mit der Spezifikation
von Argon2 zu finden und auf dem Open-Source-Projekt-Portal Github
der Quellcode der Argon2-Referenzimplementierung.
Derzeit sollte Argon2 jedoch nicht produktiv eingesetzt werden,
da die Entwickler in Zusammenarbeit mit der PHC-Community ihren
Algorithmus noch hier und da verbessern und die finale Version in
Kürze vorstellen wollen, wofür aber noch kein Termin feststeht.
(mt, hannover)
(siehe auch heise-News-Ticker:)
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