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Microsoft stopft mit dem Notfall-Update MS15-078 ein kritisches
Sicherheitsloch, durch das Angreifer Schadcode auf vielfältige
Weise ins System einschleusen können, in sämtlichen Windows-Versionen.
Die Schwachstelle stammt aus dem Fundus des italienischen Spionagesoftware-Herstellers
Hacking Team, der selbst Opfer eines Hackerangriffs wurde, von vor
zwei Wochen.
Die Lücke betrifft nach Angaben von Microsoft
sämtliche derzeit unterstützen Windows-Versionen: von
Vista SP2 über die Server-Ausgaben bis hin zu 8.1 (einschließlich
RT). Die aktuelle Build von Windows 10 ist Berichten zufolge ebenfalls
anfällig und die Wahrscheinlichkeit, dass auch ältere
Windows-Versionen wie XP, die der Hersteller nicht mehr mit Patches
versorgt, verwundbar sind ist sehr hoch.
Die Schwachstelle klafft in der an mehreren Stellen zum Einsatz
kommenden und gemeinsam von Microsoft und Adobe
entwickelten Bibliothek "Windows Adobe Type Manager" (ATMFD.DLL).
Über speziell präparierte OpenType-Schriftarten, die etwa
auf Webseiten oder in Dokumenten lauern können, lässt
sie sich ausnutzen. Das System wird dann, wenn eine verseuchte Webseite
angesteuert oder ein entsprechend präpariertes Dokument geöffnet
wird, mit Schadcode infiziert.
Zunächst wird der Code mit den Rechten des angemeldeten Nutzers
ausgeführt, aber in Verbindung mit einer anderen Schwachstelle
wäre eine Rechteausweitung wahrscheinlich auch möglich.
Es muss davon ausgegangen werden, dass eine ganze Reihe Anwendungen
die betroffene Bibliothek nutzt, wodurch diese auch anfällig
werden.
Microsoft liegen derzeit keine Informationen vor, dass bereits
Nutzer durch die Lücke mit der CVE-Nummer CVE-2015-2426 angegriffen
wurden. Mit der Installation des Patches sollte, da im Netz offenbar
seit mindestens neun Tagen ein passender Exploit kursiert, dennoch
nicht gezögert werden.
(mt, hannover)
(siehe auch heise-News-Ticker:)
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