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Offenbar ist die US-Bundespolizei FBI im Besitz einer Kopie des
von französischen Behörden beschlagnahmten Servers, auf
dem Daten des anonymen E-Mail-Dienst Tor
Mail liegen. FBI-Agenten konnten laut einem vom Magazin Wired ausgegrabenen
Gerichtsdokument den Betreiber eines Online-Shops für gefälschte
Kreditkarten mithilfe von E-Mails aus seinem Tor-Mail-Account ermitteln.
Die Server-Daten hatten die Franzosen ursprünglich im Zusammenhang
mit einer Ermittlung wegen der Verbreitung von Kinderpornographie
beschlagnahmt.
Das FBI erwirkte für seine Ermittlungen gegen den Kreditkarten-Shop
einen Gerichtsbeschluss für den Zugriff auf einen Tor-Mail-Account,
der im Zusammenhang mit dem Gmail-Konto
des Verdächtigen stand. Der Zugriff erfolgte laut der von einem
US-Postinspektor unter Eid bestätigten Klageschrift auf den
Tor-Mail-Account anhand einer dem FBI vorliegenden Kopie des Tor-Mail-Servers.
In dem Dokument heißt es dazu, dass das FBI im Zusammenhang
mit einer anderen Ermittlung nach einem Rechtshilfeersuchen an Frankreich
die Kopie eines französischen Servers erhalten hat, der Daten
und Informationen des Tormail E-Mail-Server enthielt, darunter auch
die Inhalte von Tormail E-Mail-Konten.
Offenbar wurde der Server im Zuge einer internationalen Razzia
gegen Freedom Hosting, ein anonymer Dienst, der als "Hidden
Service" im Tor-Netz Webspace bereitstellte, im Sommer 2013
beschlagnahmt, bei der der mutmaßliche Betreiber in Irland
verhaftet wurde. So ein versteckter Dienst ("Hidden Service")
war auch Tor Mail, der den Versand und Empfang von Nachrichten inner-
sowie außerhalb des Tor-Netzes ermöglichte. Dem mutmaßlichen
Betreiber von Freedom Hosting werfen die Behörden vor, damit
die Verbreitung von Kinderpornografie ermöglicht zu haben.
(jk, hannover)
(siehe auch Heise
News-Ticker :)
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