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In allen Versionen des Internet Explorer hat der Sicherheitsforscher
Rosario Valotta eine Zero-Day-Lücke gefunden,
die sich für einen Diebstahl beliebiger Cookies über das
Netz eignet. Das Sicherheitszonenmodell des Internet Explorer verhindert
normalerweise, dass Seiten aus der Internetzone Inhalte aus der
lokalen Zone als iFrame einbetten. Cookies sind hiervon offenbar
ausgenommen. Der Cookietext wird anschließend unsichtbar markiert
und vom Nutzer vom iFrame in das Hauptfenster herübergezogen
und fallengelassen. Valotta hat das Ganze in ein Spiel verpackt,
damit der Anwender davon nichts mitbekommt.
Dieser Angriff ist nicht leicht. Das Auslesen der Daten mittels
Drag & Drop erfordert die Internetaktion des Opfers, was Valotta
in seinem Demovideo mit einem einfachen Puzzlespiel gelöst
hat und der Angreifer muss auch den genauen Pfad des Cookies kennen.
Der Pfad enthält den Windows-Benutzernamen des Opfers. Dies
löst Valotta, indem er ein Bild in die Angriffswebseite einbettet,
das auf einer SMB-Netzwerkfreigabe liegt. Der Server verlangt für
den Zugriff jedoch eine Authentifizierung per NTLM. Dabei sendet
der Rechner den Benutzernamen des angemeldeten Nutzers im Klartext.
Valotta gab gegenüber Reuters an, auf diese Weise innerhalb
von drei Tagen über 80 Cookies seiner 150 Freunde bei Facebook
eingesammelt zu haben. Die ursprüngliche Lücke hat Valotta
am 28. Januar des laufenden Jahres dem Microsoft Security Response
Center gemeldet, wohin das Problem bis zum Erscheinen der Finalversion
des IE9 am 18. März auch behoben wurde. Der Forscher hat allerdings
nur zwei Wochen darauf bereits einen leicht abgewandelten Weg gefunden,
auch die Cookies von IE9-Nutzern zu stehlen.
(ez, hannover)
(siehe auch Heise
News-Ticker :)
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